Die Ausgangssituation für die Firmung 18+ ist in den ländlichen Regionen sehr fordernd, weil die künftigen Firmlinge weit verstreut in verschiedenen Dörfern wohnen, auswärts die Lehre oder Mittelschule besuchen und wenig ins Pfarreileben integriert sind. Deshalb geht es in der Vorbereitungsphase zunächst darum, die Jungen zu sammeln, solange wir sie noch während der Schulzeit erreichen. Diesem Zwecke dient die
Firmreise
Sie soll den angehenden Firmlingen eine Ahnung vermitteln, worum es bei der Firmung überhaupt geht. Das geschieht - mindestens zunächst - nicht durch Belehrungen, sondern durch eine motivierende Gemeinschaftserfahrung. Die ungefähr 30-40 Jugendlichen können auf ihrer Reise nach Assisi-Rom an verschiedenen Orten jungen und erwachsenen Menschen begegnen, die ihr Christsein überzeugt und mit ansteckender Freude leben. Das positive Erlebnis zieht Kreise. So melden sich gegen 70 Jugendliche zum Infoabend, an dem wir ihnen die nächste Etappe vorschlagen: den
Firmpass
Dieser erinnert an den beliebten ‚Ferienpass’.Der ‚Firmpass’ bietet den Jugendlichen Gelegenheit, an speziellen Anlässen („Events“) teilzunehmen, bei denen sie den Puls christlichen Lebens spüren können (z.B. Nacht der Lichter, Weltjugendtag Gossau etc. siehe Fotogalerie). Im Bereich „Special guests“ kommen sie in Kontakt mit imponierenden Leuten. Auf reges Interesse stossen auch die „Exchange“-Angebote: im kleineren Kreisen zusammenkommen und mit einander austauschen anhand eines Filmes, eines brennenden Themas oder eines Bibeltextes. Schliesslich setzen manche Jugendliche unter dem Motto „Just to do it“ ihre Zeit und ihre Fähigkeiten eint, um sich im Pfarreileben nützlich zu machen (z.B. beim Anfertigen von Adventsgestecken, beim Kirchenkaffee, beim Kochen für die Sternsingerkinder, Mitwirken im Gottesdienst, etc.)
So kommen die Teenager in Kontakt mit vielen Jungen und Erwachsenen in den Pfarreien, ja manchmal sogar über die Pfarreigrenze hinaus. Sie schnuppern an der Vielfalt christlichen Lebens und vielleicht wird beim einen oder andern sogar der Appetit auf mehr geweckt.
Nach dem Firmpass-Jahr kommt schliesslich der Moment, wo sich die jungen Leute entscheiden werden, ob sie nun gefirmt werden möchten oder nicht. Jene, die das Sakrament der Firmung empfangen wollen, lassen sich dann ein auf den eigentlichen
Firmweg
Dieser ist verbindlich und wird in einem Sonntagsgottesdienst feierlich eröffnet. Dabei tun die Firmlinge ihren Wunsch, das Firmsakrament empfangen, vor der Pfarrei kund . Der Firmweg setzt die Gemeinschaftsbildung fort und vermittelt das notwendige Glaubenswissen. Das geschieht durch einen Firmnachmittag, weitere Anlässe und wird ergänzt durch einen 'Fernkurs', d.h. durch gemailte Firmbriefe (Muster-Firmbrief). Diese werden von den Firmlingen persönlich beantwortet.
Die Krönung des Firmwegs ist der Firmgottesdienst, bei welchem der Bischof oder sein Stellvertreter das Sakrament der Firmung spendet.